MRRC

Die Firma MMRC hat bereits eine längere Geschichte hinter sich, die man vielleicht mit Fug und auch mit etwas Recht als historisch und wechselvoll bezeichnen kann. Hier präsentieren wir daher einige selbst gekaufte Slotcars von MRRC, der Firma für recht herausragende Slotcars aus England (oder unter anderem präsentieren wir wohl auch ein paar derzeit eher nur geplante Käufe). MRRC steht als Abkürzung für Model Road Racing Cars und ist seit den 1950er Jahren im Slotracing-Bereich aktiv, mit wechselnden Standorten. Begonnen hat alles in Bournemouth, glauben wir. Man kann das so ein bisschen nachlesen auf der Webseite der Firma. MRRC ist seit langem eine bekannte Lieferfirma für Teile und Zubehör im Slotcarbereich. Auch als Herstellerfirma reiner Chassis, die man dann mit entsprechenden Karosserien ausrüsten kann, hat sich MRRC einen Ruf gemacht. Wir hoffen, dass wir mit den Vorstellungen der Fahrzeuge von MRRC einigen Freunden und Freundinnen der oft als Slotracing bezeichneten Rennen auf der Autorennbahn im heimischen Wohnzimmer oder im heimischen Garten etwas Freude bereiten können. Im besten Fall geben wir sogar ein paar kleine Anregungen, welche berühmten Rennautos aus der Deutschen Tourenwagen-Masters-Serie oder aus der Formel 1 man einmal selber zum eigenen Vergnügen über den Rundkurs jagen kann. Aber aus der Gruppe 5 hat MRRC auch etwas dabei, wenn wir uns da nicht völlig vertun. Einiges kann man aber getrost bereits als Rarität bezeichnen. Wir wünschen daher allen, die an Autorennbahnen im allgemeinen und im besonderen an Slotcars von MRRC Freude haben, viel Spaß und ein stundenlanges Rennvergnügen damit. Die von uns ebenfalls präsentierten Streckenvorschläge in den anderen Kategorien sind zugegebenermaßen nicht alle wohnzimmertauglich, teilweise braucht man sogar auch ein größeres Zimmer, einen Dachboden oder den Garten zum Aufbau. Letzteres natürlich nur dann, wenn das Wetter einigermaßen stabil ist! Jedenfalls haben wir deswegen die Abmessungen immer angegeben, jedenfalls so weit es möglich war. Unserer Erfahrung nach kann man mit MRRC sehr viel Spaß haben, egal ob es sich um das digitale System handelt beziehungsweise einen digitalen Umbau der Fahrzeuge durch Nachrüstung eines Decoders oder ob man ganz klassisch im Analogbetrieb fahren möchte. Die Streckenvorschläge, die wir andernorts angeben, lassen sich jedenfalls in der einen wie der anderen Weise nutzen und entsprechend anpassen. Wenn also dem einen oder anderen Anhänger der Digitaltechnik die Beschränkung auf feste Spuren zu eng wäre, dann ließe sich durch den Einsatz entsprechender Weichen oder durch Pitstop-Erweiterungen schnell die geeignete Anpassung vornehmen, um auch dem Digitalbetrieb und seinen erweiterten Möglichkeiten Rechnung zu tragen, was die taktische Spielführung und die teilweise rasanten Überholmanöver betrifft, die durch den Einsatz des Spurwechsels realisierbar werden.

MRRC Toyota Celica LB Gruppe 5 Rodenstock Rolf Stommelen

Rolf Stommelen wurde in Siegen in Nordrhein-Westfalen geboren. Der Rennfahrer, der 1983 im Alter von 39 Jahren bei einem fürchterlichen Unfall ums Leben kam, hatte in diesem Toyota nicht besonders viel Rennglück. Als Fahrer eigentlich vom Porsche 935 herkommend, hatte man Stommelen engagiert, um mit dem von Schnitzer bei 860 kg Leergewicht auf 560 PS aufgebauten Celica die dominierenden 935er herauszufordern. Mit der Nummer 6 lief er bei den 1000 km vom Nürburgring auf - am Steuer waren die beiden Rennfahrer Rolf Stommelen und Harald Ertl, damals schon große Namen im Renngeschäft. Sie mussten aber das Rennen aufgrund eines unglücklichen Kühlpumpenschadens bereits in der 4. Runde schon aufgeben. Irgendwie liegt ja häufig das Problem in den Extrembereichen der Motorleistung. Leistungsfähige Boliden, extrem aufgeladenen Turbolader, und dann platzt irgendwo ein Schlauch, der dem gewaltigen druck nicht stand hält. Trotz der bulligen Form und der sehr scharfen Linien des Toyota Celica Liftback (Hatchback) reichte es während der DRM 1978 nur zu einem besten 8. Platz in Mainz-Finthen (hier war Stommelen 1977 auf einem Porsche 935 von Gelo noch Erster gewesen, wie er es auch am Nürburgring gewesen war, am Norisring auch etc. ... Auch der Rennstall Schnitzer wandte sich wieder von Toyota ab und dafür stattdessen der Firma BMW zu (begonnen hatten die Brüder Schnitzer 1963 den Motorsport übrigens auf FIAT, nur um das an dieser Stelle einmal zu erwähnen). Die Ambitionen waren also durchaus da - und Stommelen war ein überaus talentierter Fahrer. MRRC hat da in technischer Hinsicht wohl ein besseres Händchen mit dem Nachbau im Modellformat gehabt. Die Motorisierung ist ebenfalls unglaublich bullig ausgefallen, aber die Ausfallsicherheit eines Elektromotors ist eben doch deutlich höher als die eines hochgezüchteten, benzingetriebenen Turbomotors! Naja, man muss ja zugeben,  dass man es im Slotracingbereich auch mit einer deutlich reduzierten Zahl an Bauteilen zu tun hat! Die Linienführung ist aber ebenso scharf wie beim Original, das muss der Neid dem Modell lassen. Man hat ja fast die Befürchtung, man könne sich an den Seitenlinien schneiden. Wunderbar ist natürlich die Toyota geschuldete Farbgebung in rot und weiß - sie wirkt im Detail wie für unsere Website gemacht und ist überhaupt für alle Rennsportkontexte wie geschaffen. Von unten ist der Toyota eher unspektakulär und mit einem Leitkiel ausgestattet, der viel Bewegungsfreiheit lässt. Man lässt bei MRRC im Übrigen auch die Stommelen-Fahrerfigur die Augen zum Himmel heben, vermutlich aufgrund der vielen Ausfälle des Originals - wir halten dies ja für einen britisch-ironischen Zug der Modellbauer. Stommelen selber wurden allerdings nicht die pannenbehafteten Toyota Celicas, sondern die im Rennbetrieb viel erfolgreicheren 935er zum Verhängnis. Der zweite Unfall mit abgerissenem Heckflügel kostete ihn am 24. 04. 1983 im kalifornischen Riverside das Leben. Der liebenswerte und talentierte Rennfahrer aus Köln-Sülz fehlte fortan dem Rennbetrieb. In puncto Slotracing ist uns daher auch mit schäbigen Epigonen nicht gedient.

 

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