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Felsen und Steine aus Gips modellieren

Gelegentlich steht man ja staunend vor den Werken von Modellbauern und fragt sich, wie kann man nur realistische Felsen und Steine für die Dekoration der Carrerabahn selbst basteln? Das gehört ja mit zu den anspruchsvolleren Aufgaben des Modellbaus, und nur weil man jetzt sein Interesse an der Carrerabahn entdeckt (oder vielleicht sollte man auch sagen "wiederentdeckt") hat, mutiert man ja nicht gleich über Nacht zum weltbesten Modellbauer. Aber vielleicht möchte man irgendwann ja den entscheidenden Schritt vom Teppichflitzer zum Festaufbauer machen, und dann stellt sich ja quasi zwangsläufig die Frage nach der geeigneten Dekoration. Drei grundsätzliche Elemente hat die Bahngestaltung da ja: einmal geht es um die Bepflanzung beziehungsweise die Gestaltung von Pflanzenelementen, dann geht es um die Bevölkerung mit Figuren und technischen Elementen (Reifenstapel, Zapfsäulen etc.), zum dritten aber geht es auch um natürliche Untergründe wie eben Stein und Fels.

Die eine Methode, die man zur Anwendung bringen kann, besteht natürlich darin, dass man mithilfe von Drahtgeflecht, Pappmaché und Spachtel- beziehungsweise Modelliergips und entsprechendem Werkzeug Felsstrukturen selber aufbaut. Eine Ausbildung zum Zahntechniker oder Modellbauer hilft da bestimmt weiter, denn es ist absehbar, dass man beim Versuch, natürliche Strukturen von Hand nachzubilden tendenziell grandios scheitern wird, es sei denn, man ist mit einer gehörigen Portion handwerklichem und bastlerischem Geschick ausgestattet. Aus der eigenen Perspektive gebietet die Bescheidenheit hier zuzugeben, dass man vielleicht doch eher ein mit einer gehörigen Portion Naivität ausgestatteter Amateur ist (mit Schaudern denkt man vielleicht an frühe Gehversuche mit Gips, ungeeigneten Spachteln und Geländeteppichen zurück).

Aber zum großen Glück für alle nur mittelmäßig begabten Bastler gibt es eine Methode, die durchaus für Anfänger geeignet ist und trotzdem sehenswerte Resultate liefert. Wieder berichten wir von einer Anregung, die wir bei Roland Preuß und seinem slotblog gefunden haben. Der geniale Kniff besteht darin, dass man sich geeignete Felsgussformen aus Silikon beziehungsweise Naturkautschuk besorgt, die man mit Modelliermasse oder Spachtelgips ausfüllt. Es gibt solche Formen beispielsweise von den Firmen Woodland Scenics (zum Beispiel die WC1243) oder NOCH. Diese sind auch für andere Zwecke des Modellbaus geeignet, etwa für die Gestaltung von Hintergründen für die Modelleisenbahn oder für Felsenelemente für Tabletop-Rollenspiele, so dass man die so entstandenen Felsen quasi multifunktional einsetzen kann oder umgekehrt nach der Anschaffung der Felsgussformen im Bekanntenkreis fragen kann, ob andere diese noch gebrauchen können und sich eventuell sogar an dem Anschaffungspreis beteiligen würden. Etwa durch Spenden von dringend notwendige Naturalien wie zum Beispiel Kartoffelchips.

Für die realistische Bemalung der Felsstruktur kommt auch ein kleiner Trick zum Einsatz, der zum Beispiel auch bei der Alterung von Modellen eingesetzt wird oder überhaupt auch um bemalte Figuren realistischer wirken zu lassen. Man bemalt dazu nicht einfach stumpf den Felsen mit irgendeiner grauen Universalfarbe und hat dann eine Felsstruktur, die zwar realistisch im Untergrund ist, aber wie lackiert und angemalt wirkt, sondern man benutzt das, was im Modellbau als "wash" bekannt ist, also eine stark verdünnte, quasi verwässerte, schwarze Farbe. Der Fluss der Wasserfarbe sorgt dabei quasi von selbst für eine realistische Anmutung der Felsstruktur, die dadurch verwittert wirkt. Wer es auf die Spitze treiben will, der benutzt am Ende sogar noch ein kleines bisschen weiße Farbe, um die Kanten und Vorsprünge zu akzentuieren - wer will, kann ja einmal Fotografien echter Felsen suchen, denn da sieht man im Detail sehr schön, dass die Bruchkanten des Gesteins in der Tat hell bis weißlich wirken, auch wenn der Fels selber dunkelgrau bis schwarz ist.

Quelle: https://www.slotblog.de/modellbau/autorennbahn-bahngestaltung/modell-fel...

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